Gottesdienst-Archiv

Im Folgenden finden Sie unsere Audio-und Video-Gottesdienste der vergangenen Wochen.
Die Video-Gottesdienste sind direkt über den Service von YouTube eingebettet.
Bei den Audio-Gottesdiensten erfolgt eine Verlinkung zur entsprechenden Audio-Datei in unserer gemeindeeigenen Mediathek. Nachdem Sie die Audio-Datei geöffnet haben, können Sie diese auch downloaden. Dazu klicken Sie auf der grauen Fäche des Media-Players die rechte Maustaste und wählen "Audio speichern unter" aus.

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Sonntag, 24. Mai (Exaudi)
Video-Gottesdienst
Pfarrerin Birgit Becker

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Sonntag, 17. Mai (Rogate)
Video-Gottesdienst
Pfarrer Axel Dodszuweit

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Sonntag, 10. Mai (Kantate)
Audio-Gottesdienst
Pfarrerin Marina Brilmayer

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Sonntag, 3. Mai
Video-Gottesdienst aus Rhens
Pfarrer Axel Dodszuweit

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Sonntag, 26. April
Audio-Gottesdienst
Pfarrerin Birgit Becker

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Sonntag, 19. April
Audio-Gottesdienst
Pfarrerin Marina Brilmayer

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Ostersonntag, 12. April
Video-Familien-Gottesdienst aus der Florinskirche
Pfarrer Axel Dodszuweit

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Ostersonntag, 12. April
Audio-Gottesdienst "Ein Osterspaziergang"
Pfarrerin Marina Brilmayer

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Osternacht, 11. April
Gedanken zur Osternacht
Pfarrerin Birgit Becker

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Karfreitag, 10. April
Video-Gottesdienst aus der Florinskiche
Pfarrerin Birgit Becker

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Gründonnerstag, 9. April
Audio-Gottesdienst mit Abendmahl
Pfarrerin Marina Brilmayer

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Palmsonntag, 5. April
Video-Gottesdienst aus der Christuskirche
Pfarrer Axel Dodszuweit

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Sonntag, 29. März
Telefon-Gottesdienst (ohne Musik)
Pfarrerin Marina Brilmayer

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Sonntag, 22. März
Audio-Gottesdienst
Pfarrerin Marina Brilmayer

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„Wa(s)chet und betet“ - Gedanken von Pfarrerin Birgit Becker

Zu Weihnachten habe ich ein schönes und zugleich praktisches Geschenk bekommen: eine Seifenschale aus Olivenholz, die Schnitzer in Bethlehem hergestellt habe, und ein Stück „Aleppo-Seife“, wie sie vermutlich schon seit dem 6. Jahrhundert von Seifensiedern rund um die syrische Stadt Aleppo aus Olivenöl und Lorbeer hergestellt wird. Sie sieht einfach und unspektakulär aus, und zunächst liegt so ein aus einem großen Block geschnittener Seifenwürfel auch etwas unpraktisch in der Hand. Aber je häufiger ich sie benutze, desto mehr freue ich mich über ihre wohltuende Wirkung, denn sie reinigt nicht nur, sondern hat eine rückfettende Wirkung auf der Haut. Die Hände werden auch beim häufigen Waschen nicht rau.

Mittlerweile ist der unhandliche, kantige Seifenwürfel schon auf die Hälfte seines ursprünglichen Volumens zusammengeschrumpft.

Denn gerade jetzt, in Zeiten der Corona-Pandemie ist häufiges und gründliches Händewaschen mit Wasser und Seife geboten. Und zwar 20 – 30 Sekunden lang. Also die Zeit, die es braucht, um zweimal hintereinander „Happy Birthday“ oder – kindgerecht – „Alle meine Entchen“ zu singen. Ich finde, das ist ein sehr praktischer Hinweis.

Etwa 20 – 30 Sekunden (manchmal auch etwas länger), das ist übrigens auch die Zeit, die es braucht, um einmal das „Vaterunser“ zu beten.

Ich habe es ausprobiert. Und mittlerweile ist das häufige Händewaschen für mich zu einer geistlichen Übung geworden: ich wasche meine Hände – und bete dabei.

Nicht nur das „Vaterunser“.

Ich wasche meine Hände und bete dabei für alle Menschen,

die verunsichert sind und Angst haben

um ihren Arbeitsplatz und ihre Existenz,

die sich mit dem Corona-Virus angesteckt haben und erkrankt sind,

für alle Angehörigen, die in tiefer Sorge sind,

für alle, die um ihre Lieben trauern,

für alle, die sich um uns und für uns sorgen,

für alle Ärztinnen und Ärzte, für alle Pflegenden in den Kliniken, Heimen und Hospizen;

für alle, die Verantwortung tragen in Staat, Gesellschaft und Wirtschaft;
für alle, die uns Tag für Tag mit dem Lebensnotwendigen versorgen;
für alle die anderen Menschen in diesen Tagen Mut machen und Hoffnung geben.

für alle, die um ihre Zukunft fürchten,
für die Familien, die die erzwungene Nähe nicht gewohnt sind,
für alle, die die Betreuung von Kindern und Jugendlichen übernommen haben

für die Menschen in der Heimat meines Seifenstücks und meiner Seifenschale,

für alle, deren Not wir gerade aus dem Blick verloren haben…

und für viele(s) mehr….

 

„Waschet und betet“ – das hat Jesus nicht gesagt, sondern „Wachet und betet“ (Mk 14,32ff).

Auch Jesus hat Angst. Auch er fühlt sich schwach und ringt mit dem, was ihm bevorsteht. So wie wir jetzt. Auch er bittet andere, für ihn zu beten.

Denn gerade in unsicheren und schweren Zeiten tut es gut zu wissen: wir bleiben im Gebet verbunden. Warum nicht auch mitten im Alltag, immer dann, wenn wir unsere Hände waschen…

 

Aneinander denken und füreinander beten – an vielen Orten läuten jetzt an jedem Abend um 19.30 Uhr die Kirchenglocken und laden dazu ein, eine Kerze zu entzünden, sie ins Fenster zu stellen und zu beten. Ich bin dabei.

 

Bleiben Sie behütet und gesund!

Das wünscht Ihnen von Herzen

Ihre Birgit Becker, Pfarrerin

 

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Ein geistliches Wort von Pfarrer Axel Dodszuweit vom 19.03.2020

Liebe Gemeinde in Koblenz-Mitte und Rhens,

der Schreck sitzt mir noch unter der Haut während ich diese Zeilen schreibe. Eine Pandemie herrscht über uns. Nie hätte ich gedacht, dass unser öffentliches und soziales Leben so schnell, so tiefgreifend eingeschränkt werden könnte. Noch nie in der neueren Geschichte mussten die Kirchen ihre Türen schließen und Gottesdienste flächendeckend absagen. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat in ihrer Ansprache an Deutschland von der größten Herausforderung unserer Gesellschaft und Solidarität nach dem zweiten Weltkrieg gesprochen. Die Lage ist ernst und wir stehen erst am Beginn der Krise. Welche Folgen sich für jeden Einzelnen aber auch die Weltwirtschaft ergeben, kann im Moment niemand vorhersagen. Aber viele Menschen haben Angst und sind verunsichert.

In den Medien wird darüber gesprochen, dass wir einen Krieg führen. Nur ist der Feind unsichtbar und ein Virus. Die Gefühlslage ist vergleichbar. Deswegen ist es vielleicht kein Zufall, dass mir in den letzten Tagen ein Ausspruch Jesu wichtig geworden ist, den er in seiner Endzeitrede sagt. In der Rede im Matthäusevangelium Kap. 24 beschreibt Jesus zukünftige Katastrophen, die auftreten werden, bevor der Menschensohn wiederkommt. Jesus benennt Umstände, die schwerer Wiegen als das Coronavirus. Er spricht von Kriegen, Hungersnöten und anderem mehr. Das Coronavirus hat mit diesen Zeichen genauso wenig oder gleichviel zu tun wie die Pest im 14. Jahrhundert oder andere Seuchen und Krisen der Geschichte. Und trotzdem passt eben die Gefühlslage. Es ist dann ein kleiner Satz, der mich aus dieser Rede fesselt. Neben den großen Ereignissen sagt Jesus fast beiläufig: „Seht zu und erschreckt nicht“ (Mt 24,6).

Ich finde diesen Satz unerhört. Wenn Menschen sich in einer Krise befinden, fragen sie zu recht, was sie tun und unternehmen können, damit es besser wird. Jesus gibt seinen Jüngern die scheinbar lapidare Handlungsanweisung: „Seht zu und erschreckt nicht.“ Wie soll das möglich sein? Sollen wir in einer Krise einfach zusehen? Und wie soll man bei so großen Ereignissen nicht erschrecken? Der kurze Satz scheint unmöglich oder gar falsch zu sein. Aber ich denke, dass dieser Ausspruch Jesu anders verstanden werden soll. „Seht zu“ heißt nicht, die Hände in den Schoss zu legen und untätig auf Besserung zu warten. „Seht zu“ kann auch heißen: „Seht zu“, dass getan wird, was getan werden muss und was menschenmöglich ist, um die Krise zu bewältigen. Aber gleichzeitig verweist uns das Zusehen auf die menschlichen Grenzen, die uns in Krisenzeiten deutlich vor Augen stehen. Weiter bedeutet das „erschreckt nicht“ keinesfalls, dass man keine Angst haben darf oder sich immer stark und mutig fühlen muss. „Erschreckt nicht“ heißt für mich vielmehr, dass ich mit meinem Schrecken und meiner Furcht einen Zufluchtsort bei Gott habe. In ihm finde ich den Halt, der in der Krise verloren zu gehen droht. Sehen wir also zu, dass getan wird, was getan werden muss und erschrecken nicht, sondern nehmen bei Gott Zuflucht, dann können wir die Krise auch innerlich bewältigen.

In der aktuellen Situation ist es weder ratsam leichtsinnig noch panisch zu reagieren. Es ist nachvollziehbar, dass die getroffenen Maßnahmen nur dann Sinn haben, wenn möglichst alle sich daran halten. Dazu gehören auch die Kirchengemeinden. Sehen wir also zu, dass die Maßnahmen möglichst raschen Erfolg haben und tun soviel wir dazu beitragen können. Die Botschaft von Gottes Reich, das in dieser Welt anbricht, bleibt davon ungetrübt. Mit oder ohne Coronavirus sollten wir uns daran immer mal wieder erinnern. In diesem Sinn sehen wir die Dämmerung eines neuen Tages. Der Schrecken sitzt so manchem von uns noch in den Knochen, doch Jesus sagt zu uns: „Seht zu und erschreckt nicht.“
 




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